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Herstellung einer Paracetamol-Suspension 40 mg / mL als Defektur

Menge: 35 Flaschen zu je 100 mL 

 

1. Schritt: Vorbereitung: Herstellung der Grundlage für Suspensionen zu einnehmen NRF S. 52 

Ausgangsstoff 

Funktion 

Hydroxyethylcellulose 10 000 

Verdickungsmittel* à zur Erhöhung der Viskosität (und damit Abnahme der Sedimenationsgeschwindigkeit) 

Glucose-Monohydrat 

Erhöhung der Dichte (und damit Abnahme der Sedimenationsgeschwindigkeit) und zum Teil zur Geschmacksverbesserung (leider nicht besonders effektiv) 

Kaliumsorbat 

Konservierungsmittel… 

Citronensäure 

… das erst nach Zugabe von Citronensäure in die aktive Wirkform – d.h. die freie Säure – überführt wird 

Gereinigtes Wasser 

Dispersionsmittel 

 

* Falls das Verdickungsmittel nicht lieferbar ist (war bei uns so), findet Ihr im Rezepturhinweis „Paracetamol“ eine Tabelle mit Alternativen und einen Vorschlag für deren einzusetzende Mengen. Denn durch die unterschiedlichen chemischen Formeln und Kettenlängen kann man das Verdickungsmittel bzgl. der Menge nicht einfach 1:1 austauschen!  

  • Die Herstellung ist im NRF Schritt für Schritt beschrieben. Das Grundprinzip ist wie immer bei Suspensionen: Feststoffe trocken mischen, mit Flüssigkeit anteilig versetzten und homogenisieren. Und hier ist ein Stabmixer einfach unentbehrlich 
  • Dann heißt es: warten, bis die Grundlage ausgequollen ist (ca. 15-30 min). In der Zeit könnt Ihr dokumentieren.

2. Schritt Herstellung der Suspension aus FAM-Tabletten 

  • Die Anleitung dazu findet Ihr auch im Rezepturenfinder des DAC/NRF.
  • Für 100 mL benötigt man 8 Tabletten a 500 mg. Das heißt, für 35 * 100 mL mussten tatsächlich 280 FAM-Tabletten pulverisiert werden 
  • Die Herstellung aus den pulverisierten FAM-Tabletten ist im Rezepturenfinder genau beschrieben mit einer Schritt-für-Schritt-Anleitung 
  • Die Endkontrolle und gleichzeitig Defekturprüfung erfolgt über eine visuelle Kontrolle und den pH-Wert, z. B. mit einem feinteiligen Tüpfelpapier 
  • Hinweis: die derzeitige Aufbrauchfrist (Stand 17.01.2023) beträgt noch (!) nur 4 Wochen (für die Ibuprofen-Suspension: 3 Monate, weil diese schon länger überprüft wird). Das ZL ist dran und überprüft gerade eine Verlängerung der Aufbrauchfrist der PCM-Suspension. Und soviel darf verraten werden: es sieht guuuut aus ???? 
  • In der Apotheke sollen die gelagerten Suspensionen immer mal wieder umgeschüttelt werden, um Caking oder gar Zementation zu verhindern. 
  • Noch ein paar Hinweise zur Abgabe: 
  • Denkt an eine Tabelle zur Dosierungsempfehlung. Wir haben diese unseren Patient:innen auf einem separaten Blatt mitgegeben, weil das definitiv nicht aufs Etikett passt. 
  • Außerdem bitte an eine Kolbendosierpipette oder die Mitgabe einer Einwegspritze denken 
  • Auf dem Etikett den neuen Analgetika-Warnhinweis nicht vergessen!  
    »Ohne ärztlichen Rat nicht länger anwenden als von der Apothekerin oder vom Apotheker empfohlen!« 
  • Daran denken: „Umschüttler“-Zusatzetikett aufs Abgabegefäß!  
  • Und als letztes: Der Saft schmeckt ehrlich gesagt ganz furchtbar. Eine zwar mögliche, aber nicht empfehlenswerte Erhöhung der Zuckermenge der Rezeptur bedingt eine Veränderung der Eigenschaften der Suspensionsgrundlage und die leichte Aufschüttelbarkeit ist unter Umständen nicht gewährleistet. Daher: Bitte weist Eure Patient:innen auf den schlechten Geschmack hin und gebt ihnen Tipps, wie sie den Geschmack kaschieren können: Die jeweilige Dosis kann z. B. in einen vom Kind bevorzugten Fruchtsaft oder Fruchtsirup bzw. in eine andere schmackhafte Flüssigkeit gegeben werden.

 

Und hier geht’s zur neuen Lieferengpass-FAQ-Seite des DAC/NRF (Hinweis: LogIn erforderlich)

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