Diabetes Typ 1 bei Kindern und Jugendlichen
11. Januar 2019

Diabetes Typ 1 bei Kindern und Jugendlichen

Meine jüngste Kundin war 4 Jahre alt, als sie mit einem Insulinrezept in die Apotheke kam. Mir tat sie schrecklich leid...

Keine Schokolade wann man will; immer alles kontrollieren müssen was man isst – und dazu das ständige Stechen zum Blutzuckermessen. Nein. Typ 1 Diabetes braucht man nicht.

Ohrringe und ein cooler kleiner Computer
Das Mädchen selbst war viel gelassener als ich. Zum einen bestimmt, weil ihre Mutter auch Diabetikerin war. Zum anderen, weil sie Ohrringe versprochen bekam, wenn sie die Blutzuckermessung am Ohrläppchen machen lässt. Die Ohrringe hat sie uns später voller Stolz präsentiert. Außerdem war sie ganz begeistert, dass sie den gleichen coolen kleinen Computer, den auch ihre Mama hat (eine Insulinpumpe) bekommen sollte. Wie man merkt, ist alles Einstellungssache.

Spritzen so normal wie das Zähneputzen
Kinder mit Typ 1 Diabetes habe ich als PTA einige in der Apotheke kennengelernt. Für viele ist das Blutzuckermessen und Spritzen so normal wie für andere das Zähneputzen.

Mit der Zeit wird jeder Diabetiker zum Ernährungsprofi. Und bei Kindern die Mütter gleich mit. Dafür sorgen schon die Diabetologen und Diätassistenten mit ihrer umfassenden Beratung.

Es gibt keine Alternative für Insulin
Für viele Familien ist es aber anfangs eine sehr große Umstellung wenn ein Kind die Diagnose Diabetes I bekommt. Eine Stammkundin hat es bei ihrem Enkel erlebt und uns immer wieder um Rat gebeten, ob es nicht irgendwas gibt für das Kind, damit es sich kein Insulin spritzen muss. Außerdem fühlt sich der Enkel in der Schule als Außenseiter, wenn er an Geburtstagen nicht so viel Kuchen essen darf. Die Lehrer hätten sich auch schon beschwert, und von der geplanten Profifußballer-Karriere will sie erst gar nicht anfangen. Dass es leider nichts anderes gibt als Insulin, wollte sie nicht so recht verstehen. Mit der Zeit hat sich aber auch das bei ihrem Enkel eingependelt – und er kam, trotz 8-10x Blutzuckermessen täglich, gut klar.

Bei Kindern ist Diabetes eine besondere Herausforderung. Zum einen das tägliche mehrmalige Stechen, was auch für Erwachsene unangenehm ist. Und dann bei jedem Essen alles genau abwiegen müssen, die passende Insulindosis berechnen und vor allem auch das richtige Insulin zu spritzen. Schwerer stell ich mir hingegen das Berechnen des Essens vor. Das ist sicher für viele Familie ein riesiger Aufwand.

Die Freude am Essen erhalten
Wenn ich das müsste, ich glaube, mir ginge sehr viel Freude am Essen verloren. Klar legt sich das mit der Zeit, man findet seine Rezepte die schmecken und von denen man  weiß was drin ist. – Aber da muss man sich erst einmal hinarbeiten.

Eine befreundete Diabetesberaterin hat mir allerdings verraten, dass das nicht so schwer ist, wie man es sich vorstellt. Wenn man „seine“ Gerichte kennt, lernt man in Diabeteskursen viele Möglichkeiten Gerichte abzuwandeln ohne die Broteinheiten zu verändern. So kann man sich auch als Typ 1 Diabetiker voll seinen Leibspeisen hingeben.

Gefährliche Diäten
Ein größeres Problem auf meine Freundin mich aufmerksam gemacht hat, sind junge Mädchen die das Auslassen von Insulindosen zum Abnehmen verwenden, oder um schlank zu bleiben. Oft fällt soetwas erst auf, wenn die Mädchen mit viel zu hohen HBA1c Werten (Langzeitblutzuckermesswert) beim Arzt sitzen. Schock-Szenarien über die Spätfolgen von hohen Blutzuckerwerten –  angefangen bei offenen Beinen bis hin zur Erblindung – können pubertierende Jugendliche nicht beeindrucken. Meine Freundin empfiehlt in solchen Fällen eine gut durchdachte Diät und hofft, dass die jungen Mädchen sich daran halten.

Die Ernährungseinstellung ist ein sehr komplexes Thema, an das ich mich als PTA ehrlich gesagt nicht rantrauen würde- zumindest nicht bei Typ 1 Diabetikern. Meine Hauptaufgabe sehe ich stattdessen im Geben von vielen Tipps zum richtigen Spritzen und Lagern des Insulins und Zubehörs - und im Mitgeben von Traubenzuckern falls es doch mal zu einem Blutzuckerabfall kommt.


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